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Blog des ReiseCenter Pinneberg - Reisecenter Pinneberg


Kalinka Reise mit Nicko Tours

Unsere Kollegin Olga Eirich hatte Gelegenheit diese Reise zu erleben. Obwohl der russischen Sprache mächtig, hat Sie bewusst versucht sich in die Situation eines Touristen ohne russische Sprachkenntnisse hineinzuversetzen. Dass auch ohne Sprachkenntnisse diese Reise kein Problem bereitet und der Reiz keineswegs verloren geht,  kann man beim Durchlesen sehr gut nachvollziehen.

Hier nun der Bericht von Olga Eirich:

Kalinka Reise mit Nicko Tours
14.08.- 23.08.2011

Unser Schiff, die MS Konstatin Fedin

„Dobro poschaluwat” werden wir auf dem Sonnendeck der MS Fedin begrüßt. Natürlich ist die Dolmetscherin nicht weit von unserem Kapitän Michael Stepanow und übersetzt fleißig während des Sektempfangs beim Auslaufen aus St. Petersburg. Bei Sonnenuntergang stoßen wir mit einem Glas Sekt auf unsere 10-tägige Reise von St. Petersburg nach Moskau an und  lassen den Abend ruhig ausklingen.

Am Flughafen in St. Petersburg wurden wir von den russischen Reiseleitern, die sehr gut deutsch sprechen, herzlich begrüßt und auf die Busse aufgeteilt, die uns dann zum Schiff brachten. Die Anlegestelle der Flusskreuzfahrtschiffe ist jedoch weiter entfernt als gedacht. Schnell mal ins Zentrum also in die Innenstadt zu fahren, ist leider nicht möglich. Aber am Anreisetag störte es niemanden an Bord. Mit einem Laib Brot, Salz und russischer Musik wurden wir traditionell an Bord der MS Konstantin Fedin empfangen.
Nicko Tours bietet die Flusskreuzfahrten in Russland auf 3 baugleichen Schiffen an. Diese wurden zu DDR Zeiten erbaut. Wer sich ein deutsches Mittelklasseschiff wie auf der Donau vorgestellt hatte, wurde schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Die MS Fedin ist das kleinste Schiff von Nicko Tours in Russland. Es ist ein kleines, gemütliches Schiff, wobei es etwas aus der Mode und in die Jahre gekommen ist. Auf 3 Decks verteilen sich die 136 Außenkabinen, welche auf 240 Passagiere ausgerichtet sind. Balkone gibt es auf diesem Schiff nicht. Entweder durch Bullaugen oder normale Fenster, die sich auch öffnen lassen, bekommt man aber ausreichend Tageslicht in die Kabine.
Die Kabinen sind ca. 10 qm groß und sind zweckmäßig eingerichtet: ein kleiner Schrank, Kühlschrank, zwei separate Betten und eine kleine Nasszelle sind vorhanden.
Beim Einchecken erfolgte die Tischreservierung. Die Gäste werden auf 2 Restaurants für das Mittag- und Abendessen aufgeteilt, da es jeweils nur eine Tischzeit gibt. Beim Frühstück besteht freie Platzwahl.
Da die MS Fedin nicht alleine an der Anlegestelle liegt, sondern sich ein Schiff neben dem anderen reiht, ist die erste Nacht doch etwas unruhig gewesen, was nicht nur ich feststellen musste.
Dafür entschädigte jedoch das Frühstücksbuffet. Über Gemüse, verschiedene Wurst- und Käsesorten bis Blinis war alles vorhanden, was das Herz begehrte.
Nach der Stärkung ging es dann mit dem Bus zur Stadtrundfahrt nach St. Petersburg.
Auch bei den Ausflügen des Ausflugspakets wurden wir in Gruppen aufgeteilt, so
dass wir während der meisten Ausflüge immer mit denselben Leuten unterwegs
waren und wie uns kennenlernen konnten.
Das Highlight der Stadtrundfahrt war die Auferstehungskirche auch die Blutkirche genannt, die wir leider nur von außen betrachten durften. Diese Kathedrale wurde 1912 an der Stelle erbaut, an der Alexander II einem Attentat zum Opfer fiel. Die Kathedrale ist nach dem Vorbild der Basilius Kirche in Moskau im „Neuen Stil” gestaltet worden.
Nach der Besichtigung der Peter & Paul Festung auf der Haseninsel machten wir uns von der Gruppe los, denn bis zu unserer gebuchten Kanalfahrt (fakultativer Ausflug), hatten wir den gesamten Nachmittag Freizeit. Um uns Land und Leute anzuschauen, liefen wir den ganzen Weg ins Zentrum zu Fuß. Wir fanden ein nettes Lokal auf dem Weg, wo wir den traditionellen Bortsch kosteten.
Nachdem wir uns die wunderschöne Blutkirche nun auch von Innen besichtigt haben, ließen wir uns im Cafe auf dem Newsky Prospekt nieder. Wir entspannten und beobachteten die Touristen und Russen beim Shoppen und Bummeln.
Zum Einkaufen ist die Innenstadt nicht geeignet, denn das Meiste bekommt man in Deutschland günstiger.
Als wir uns dann auf den Rückweg zum Schiff machten, merkten wir, dass es wohl nicht die einfachste Aufgabe sein würde. Denn obwohl wir wussten welche Metrolinie wir nehmen mussten, war die Orientierung für meine Mitreisenden sehr schwer. Fast alle Beschilderungen und Informationen waren in kyrillischer Schrift und auch die Durchsagen in den Metros waren nur in russischer Sprache.
Die Metro in St. Petersburg und Moskau gehören zu den tiefstgelegenen U-Bahn-Systemen der Welt. Während die Metrostationen in Moskau als einzigartige Paläste gelten, sahen wir in St. Petersburg die tiefsten Metrostationen.
Nur gut, dass es Rolltreppen gibt, die einen 80 Meter in die Tiefe bringen. Man glaubt diese führen einen direkt zum Mittelpunkt der Erde. Eine Fahrkarte für die Metro kostet umgerechnet ca. 65 Cent.

An der Station „Proletarskaya” mussten wir in einen Shuttlebus umsteigen, der alle 30 Minuten zwischen den Schiffen und der Metrostation verkehrte.
Auf dem Schiff angekommen, mussten wir feststellen, dass sehr wenige Passagiere sich alleine in die Innenstadt trauen - nach der aufregenden Fahrt kann ich es jedoch verstehen, dass man sich nun erst einmal erholen wollte.

Die zweistündige Kanalfahrt kann ich jedem ans Herz legen, denn nicht umsonst wird St. Petersburg „ Venedig des Nordes” genannt. Die Stadt breitet sich auf 42 Inseln aus die wiederum durch 500  Brücken verbunden sind. Man bekommt einen atemberaubenden Eindruck über den außergewöhnlichen Charme von St. Petersburg. Die Architektur der viele Epochen spiegelt sich in den verschiedensten aneinandergereihten Gebäuden, Palästen und Parkanlagen wieder. Selbst die Einheimischen lassen es sich bei einem Feierabendbier an einem der Flussarme gut gehen oder versuchen sich beim „Angelsport” zu entspannen.
Der letzte Tag in St. Petersburg war wohl auch der Beeindruckendste. Zuerst stand Puschkin und dann die Eremitage auf dem Programm.

Als wir durch das Tor zum Katharinenpalast am Vormittag traten, blieb vielen fast die Luft weg. Das türkisgoldene Meisterwerk des Rokoko  ließ Peter I für seine Gemahlin Katharina I errichten. Bekannt ist die prachtvolle Sommerresidenz unter anderem für das Bernsteinzimmer, das allerdings seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen ist und mit großem Aufwand als rekonstruiert wurde.

Nach einer kurzen Pause erkundeten wir dann eines der größten Kunstmuseen der Welt die „Eremitage”. Mehr als 3 Millionen Kunstgegenstände sind auf 400 Räume der Winterresidenz von Peter I verteilt und warten darauf bestaunt zu werden.
Die wohl berühmtesten Werke sind zwei der weltweit bekannten zwölf Originale von Leonardo da Vinci und zwar: „Madonna mit einer Blume”  (1478) und die „Madonna Litta” (1490/91) und einen ebenso hohen Status genießen die „Madonna Conestabila”  (1502/03) und „Die Heilige Familie” (1506) von Raffael. Die Besucher, vor allem asiatischer Abstammung machten, es allen anderen Touristen sehr schwer einen Blick auf die einzigartigen Kunstwerke zu erhaschen. Da mussten wir schon Körpereinsatz zeigen. Dieser wurde dann aber auch belohnt. Des Weiteren durften wir uns die große Ausstellung von Rembrandt und von französischen Künstlern nicht entgehen lassen bevor wir dann wieder Richtung Schiff aufgebrochen sind.
Gegen 19 Uhr verließen wir nun die wunderschöne Stadt St. Petersburg und machten uns auf Richtung Moskau.

Obwohl wir im August unterwegs waren, spielte das Wetter nicht richtig mit. Es regnete und war ungewöhnlich kalt, ca. 10°C.
Als wir die erste Schleuse am vierten Tag passiert hatten, verbrachten wir 2 Stunden in Mandrogi. Mandrogi ist ein kleines Dorf, welches am Ende des Zweiten Weltkrieges abgebrannt ist. Dieses baute man jedoch 1996 als Museumsdorf wieder auf. Es hat 150 Einwohner und ca. 200 Menschen aus der ländlichen Umgebung finden hier einen Arbeitsplatz.
Mandrogi dient seitdem vor allem als Zwischenstation für die Touristen der Kreuzfahrtschiffe. Viele Handwerkerbetriebe bieten selbstgemachte Souvenirs an.
Es gibt hier ein Wodkamuseum mit Verkostung, außerdem Restaurants und ein Hotel. Nachdem wir uns die Füße vertreten haben, gab es Mittagessen im Pavillon.  Zuerst wurden uns als Aperitif Piroggen und dann russischer Schaschlyk gereicht- sehr lecker!
Den Rest des Nachmittags wieder an Bord der MS Fedin verbrachten viele entweder beim Russischunterricht, spielten Gesellschaftsspiele oder lasen, denn es schüttete wie aus Eimern.
Nach dem Abendessen hatten wir sogar eine Unwetterwarnung auf der Kabine liegen. Auf dem Onegasee kam es zu leichtem Seegang aber da es mitten in der Nacht war, verschliefen die Meisten das Ereignis.
Um 08:30 Uhr auf der Insel Kischi angekommen, ging es dann mit den Gruppen zu einem Ausflug. Eineinhalbstunden- Spaziergang war angesagt. Die beeindruckenden Holzbauten auf Kischi zählen zum UNESCO Weltkulturerbe. Im 16. Jahrhundert wurde die Sommerkirche fertiggestellt. Nicht nur dass bei der karelischen Holzbauweise keine Nägel benutzt werden, nein das Besondere ist auch, dass alle 30.000 Schindeln, die die 22 Kuppeln der Sommerkirche schmücken nur mit Äxten angefertigt wurden, damit eine Imprägnierung des Holzes von Innen gesichert war.
Wir schauten uns auch weitere Bauten zum Beispiel die kleinere Winterkirche, den Glockenturm, einen Freilichtmuseum etc. an.
Gegen 11 Uhr verließen wir die Anlegestelle. Einen Schleusenmarathon von 6 verschiedenen Schleusen hatten wir vor uns. Insgesamt haben wir mit der MS Fedin 80 Höhenmeter an diesem Tag überwunden.

In Goritzy durften wir uns das Kirillow-Beloserski-Kloster, eine der größten russischen Klosterfestungen anschauen. Heute ist es ein Museum für Geschichte und Architektur und  ist bekannt für seine Ikonenmalereien.

Mit dem Wetter in Uglitsch hatten wir endlich Glück. Die Dimitri-Blut-Kirche strahlte im Sonnenlicht rot und blau.
Nachdem Dimitri, der kleine Sohn  von Iwan dem Schrecklichen, ermordet wurde, erbaute man an dieser Stelle zuerst eine Steinkirche und dann die wunderschöne rote Kirche mit den blauen Kuppeln. Im Inneren der Kirche kann man heute die schönen Malereien über die Schöpfung bewundern.
Uglitsch an sich ist eine kleine Provinzstadt mit vielen alten Denkmälern aber auch hier gibt einen großen Markt, der auf die Touristen ausgerichtet ist. Die Russen verkaufen hier Matroschkas, Samowaren, Fellmützen etc.

Moskau! Am 8. Tag nachmittags sind wir in der Hauptstadt Russlands angekommen. Nach der Stadtrundfahrt bei strömendem Regen hat man sich doch gefragt wie es sein kann, dass im letzten Jahr zu dieser Zeit Waldbrände in Russland wüteten  und wir bis jetzt erst einen halben Tag Sonnenschein hatten…
Aber passend zu unserem Ausflug „ Moskau bei Nacht und Metro” hörte es auf zu regnen. Fünf wunderschöne Metrostationen haben wir mit unserer Reiseleiterin bewundert bevor wir dann im Dunkeln über den beleuchteten Roten Platz liefen.

Die Kremlbesichtigung stand am 9. Tag auf dem Plan. Das russische Machtzentrum verteilt sich auf 28 ha, umringt von einer dicken Mauer aus dem 15. Jahrhundert.
Im Mittelpunkt des Kreml, was auf Russisch „die Festung” heißt, ist der Kathedralenplatz mit vielen eindrucksvollen Kathedralen und Kirchen.
Auf der Anlage befinden sich außerdem mehrere Paläste, das Arsenal, die Rüstkammer, das Verwaltungsgebäude und Parkanlagen.
So weitläufig habe ich es mir nicht vorgestellt - einfach unglaublich.

Nach einer Panoramafahrt auf der Moskwa hatten wir uns nicht weit vom Roten Platz absetzen lassen. Wir liefen bis zu Manegenplatz. Dort pulsierte das Leben. Bei Sonnenschein trafen sich sehr viele Leute im Alexandergarten bei den Springbrunnen.
Kurz bevor es wieder zurück zum Schiff ging, bekam ich im Cafe beim Kaufhaus GUM wohl die teuerste Erfrischung, ca. 8 Euro für eine kleine Cola habe ich hier bezahlt.
Auch in Moskau war die Anlegestelle von der Innenstadt weiter weg. Von der Metrostation  war es bis zum Anleger ca. noch 1 km. Doch mangels der Beschilderung lief man wie „immer” erst mal in die falsche Richtung…
Nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Deutschland. Der Rückflug mit der Aeroflot hat mir trotz Bedenken, wie sich zeigte vollkommen unberechtigt, gut gefallen. Es wurde eine neue Maschine eingesetzt. Das Personal war freundlich und das Essen schmeckte sehr gut.

Alles in Allem hat mir die Kreuzfahrt sehr gut gefallen. Das Gesamtpaket stimmte. Die Reise war gut durchgeplant. Das Ausflugspaket beinhaltete alle wichtigen Ausflugsziele. Das Angebot an Bord für Freizeitgestaltung war vielfältig.
Die Gäste konnten am Russischunterricht teilnehmen, Matroschkas anmalen, selbst Puppen basteln, Pelmenis kochen etc.
Das Personal war immer zuvorkommend und bemüht alle Wünsche der Gäste zu erfüllen. Das Essen war für ein 3*- Schiff sehr gut. Es bestand die Möglichkeit sein Menü aus 3 verschiedenen Alternativen zu wählen. Das Menü bot meistens 3 - 4 Gänge zum Mittag- und Abendessen. Die Gäste wurden meistens mit der russischen Küche verwöhnt.
Wenn man keine allzu hohen Ansprüche an das Kreuzfahrtschiff stellt, ist dies eine gute Möglichkeit Russland preisgünstig in all seinen Facetten kennenzulernen.

Olga Eirich

Einige Bildimpressionen finden Sie hier:

Basiliuskirche bei Nacht

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Info:
Kalinka Reise mit Nicko Tours ist Beitrag Nr. 633
Autor:
admin am 14. Januar 2012 um 08:37
Kategorie:
Rußland
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