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Blog des ReiseCenter Pinneberg - Reisecenter Pinneberg


Rhodos

Reisebericht Rhodos von Herrn Dieter Freitag, Ehrenmitglied der Griechischen Gemeinde Pinneberg und Umgebung

Am 2.5.2013 brachte mich eine Maschine der CONDOR per NONSTOP-Flug nach 12 Jahren wieder mal nach Griechenland, und zwar nach RHODOS.

rhodos

Meine letzte Reise 2001 war die sog. Klassische Griechenlandreise. Zuvor hatte ich mit meiner Familie oder mit einem Freund viele Male Urlaub in Griechenland verbracht. Nach so langer Zeit der Abwesenheit war ich gespannt auf die Veränderungen. Mich interessierte auch besonders, ob das von den Medien verbreitete Bild der Griechen, ihre angeblichen Ressentiments gegen Deutschenland, zutreffen.

Nach Rhodos bin ich unfreiwillig gekommen. Meine Wunschinsel für einen Wanderurlaub war Karpathos. Leider war kein Zimmer für mich mehr verfügbar. So habe ich zwangsläufig Rhodos akzeptiert mit dem frühesten Termin. Das erwies sich in mehrerer Hinsicht als glückhaft. In die Wanderwoche vom 2.5. bis 9.5.  fiel das griechische orthodoxe Osterfest, das immer wieder ein besonderes Erlebnis ist. Der relativ frühe Termin ließ auf eine frühlingshafte Natur mit vielen Blumen und Blüten hoffen. Und außerdem würde noch eine moderate Temperatur herrschen mit statistischen 20 bis max. 25 Grad.

Bei der Landung auf Rhodos gegen 19.45 h herrschten jedoch ungewöhnliche 30 Grad. Diese Temperatur hat sich während der Woche kaum wesentlich verändert, um dieses Thema vorwegzunehmen.

Nur eine knappe ¾ Stunde benötigte unser schneidiger Fahrer zu  unserem Urlaubshotel in Archangelos mit Namen  TSAMBIKAS SUN-Hotel. Die Zuweisung der Zimmer durch den Hoteleigentümer Panaghiotis erfolgte zügig. Auch wenn ich mein Zimmer als Letzter erhielt, so konnte ich sehr zufrieden sein. Mein Zimmer im Erdgeschoss hatte eine überdachte Terrasse und somit keine direkte Sonneneinwirkung. Das Besondere war das Vorhandensein eines bebrüteten Schwalbennestes an der Decke der Terrassenüberdachung. Panaghiotis hob hervor, das die Schwalben mir Glück bringen würden. Die Zuweisung des glückhaften Zimmers führe ich auf meine Griechischkenntnisse zurück.  Ich war übrigens der einzige der insgesamt 24 Teilnehmer einschließlich Reiseleiterin, der griechisch sprach.

Auch die zuletzt angekommenen 6 Teilnehmer aus Hamburg und Umgebung konnten an der großen Tafel im Hotelinnenhof ein erstes griechisches Mal genießen. Auch an den folgenden Tagen war das griechische Essen ein Genuß. Es war „wie bei Muttern”. Die Ehefrau des Hotelchefs kochte nämlich selbst, und zwar vorzüglich. Auch das Frühstücksbuffet war für griechische Verhältnisse  üppig u.a. mit griechischem Joghurt und Honig und reichlich Obst- Äpfel, Bananen und Apfelsinen. Die Zeit, als man mit dem continental breakfast nur abgezählt Toastscheiben, Butter und Marmelade bekam, sind wohl endgültig vorbei. Wir hatten es hier in diesem Hotel offensichtlich besonders gut getroffen. Es ist nicht ohne Grund seit 15 Jahren Vertragshotel von WIKINGER REISEN. Hervorzuheben ist die besondere Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Familie Panaghiotis.

Das kleine Hotel hat 38 Zimmer, die um den Swimmingpool angeordnet sind. Das Hotel ist eine Oase der Ruhe und nur wenige Minuten vom Zentrum Archangelos entfernt. Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl gefühlt. Das lag ganz gewiß an der familiären herzlichen  Atmosphäre.

Die Wandertouren von 10 bis 12  Kilometer bei Temperaturen um 30 Grad waren natürlich sehr schweißtreibend und daher doppelt anstrengend. Alle hätten lieber geringere Temperaturen gehabt. Alle Teilnehmer haben sämtliche Wanderungen ohne Verletzungen trotz teilweiser gefährlicher Abstiege auf Schotterpisten überstanden. Die Wanderpfade sind nur selten markiert. In der Macchia und  auf dem oft steinigem Untergrund sind Wege kaum zu erkennen. Ein- und Ausstiege sind für  Touristen nicht erkennbar. Ich würde daher von Wanderungen ohne Führer abraten, zumal das Kartenmaterial ungeeignet bzw. mangelhaft ist. Abgesehen von größeren Pausen, waren seltene Blumen und Pflanzen immer Anlass für einen Halt und einen Schluck aus der Wasserflasche. Überraschend viele Orchideen haben unsere Hobbybiologen identifizieren können. Mich aber hat  besonders fasziniert der dunkelrot blühende Schlangenwurz, der leicht nach Aas riecht. Ich hatte die ziemlich große Blüte, die an die Calla erinnert, bisher nicht gesehen und für einen roten Lappen gehalten.

Rhodos 2

Die schönste Wanderung war für mich die Küstenwanderung um die Archangelosbucht beginnend am Agathi-Strand über Stegna zum Tsampika-Strand. Übrigens, sämtliche Strände waren stark vermüllt. Angeblich sind sie wegen der Vorsaison noch nicht gesäubert.

Auch wenn mich die griechische Landschaft immer wieder anrührt, so werde ich mit meinen 72 Jahren keine reine Wanderreise mehr unternehmen. Etwas mehr Kultur könnte es schon sein. Für mich sind daher -wie bisher -Wander-Studienreisen die richtigere Wahl.

An den zwei Tagen, die uns zur freien Verfügung standen, besichtigten wir Rhodos-Stadt mit griechischer Führung. Die Altstadt ist wirklich sehenswert, auch wenn alt und neu meistens nicht zu unterscheiden ist, weil die Italiener ein Übermaß an Restaurierung praktiziert haben. Ein Highlight war für mich das im ehemaligen Hospital der Johanniter untergebrachte archäologische Museum. Das Gebäude an sich ist schon ein architektonischer Höhepunkt. Und in dem schattigen Garten kann man sehr gut ausruhen und abkühlen. Er ist ideal für ein kleines Picknick, wenn man es einem Restaurantbesuch vorzieht.

Den zweiten Ausflug unternahm ich nach Lindos zusammen mit drei Frauen.

Wir nahmen Gott sei Dank den frühen Bus um 7.25Uhr. So waren wir die ersten Touristen in den noch leeren Gassen und konnten beim Aufstieg zur Akropolis in Ruhe das einmalige Panorama genießen. Nur drei russische Frauen, sich ständig gegenseitig fotografierend, folgten uns. Beim Abstieg mussten wir uns dann quasi zurückkämpfen gegen den Touristenstrom bestehend vor allem aus russischen Reisegruppen. Ich bin überzeugt, daß mir ein Ausflug zur reizvollen Nachbarinsel Symi besser gefallen hätte. Ich wäre der einzige Interessent gewesen und ich hätte noch viel früher aufstehen müssen, um zur Fähre nach Rhodos zu kommen. Also unterließ ich es.

Per Saldo bin ich mit dem Ergebnis der kurzen Reise durchaus zufrieden.

Deutschfeindlichkeit oder gar Hass habe ich auch nicht andeutungsweise festgestellt. Alle Griechen waren sehr freundlich zu mir, was ich sicherlich auch aber nicht nur meinen Griechischkenntnissen zu verdanken habe.

Vieles hat sich positiv verändert, so sind z.B. die Straßen sehr viel besser. Auch die sanitäre Situation hat sich wesentlich verbessert; Toiletten und  Waschgelegenheiten sind modernisiert. Man kann aber auch heute noch in den Toiletten die Bitte lesen, das benutzte Toilettepapier in den Abfallbehälter zu werfen und nicht in das WC-Becken, wenn der Abwasserkanal nicht ausreichend bemessen ist.

Und es wird viel gebaut. Das spricht m.E. für einen gewissen Wohlstand. Unser Hoteldirektor betonte, daß es ihm und seiner Familie gut gehe.

Die ingeniöse Art der Griechen ist immer wieder feststellbar und auch das halb Kaputte, das ja durchaus liebenswert sein kann.

Eine Unart der Griechen ist noch immer vorhanden. Sie kippen nach wie vor ihren Müll in die Wälder, wie wir während unserer Wanderungen sehr oft feststellen konnten. Es fehlt ganz offensichtlich noch immer ein Umweltbewusstsein.

Meine wichtigste Erfahrung ist aber die, daß es keine Feindschaft zwischen Griechen und Deutschen gibt.

Info:
Rhodos ist Beitrag Nr. 877
Autor:
admin am 29. Mai 2013 um 17:03
Kategorie:
Allgemein
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